Häufig gestellte Fragen – FAQ

1. Kostenübernahme einer Augenlaser-Behandlung durch die Krankenkasse

Da eine Augenlaser-Behandlung bei der gesetzlichen Krankenkasse als individuelle Gesundheitsleistung angesehen wird, müssen gesetzlich Versicherte im Normalfall alle Kosten für die LASIK, Femto-LASIK, PRK oder LASEK- Behandlung selbst übernehmen. Die privaten Krankenversicherungen haben mehr Spielraum als gesetzliche Versicherungen. Sprechen Sie mit Ihrer Versicherung über Ihren individuellen Fall.

2. Wie lange bin ich nach einer Augenlaser-Behandlung arbeitsunfähig?

Dies ist abhängig von der Behandlungsmethode. Nach einer LASIK ist man in der Regel nach 1 bis 2 Tagen wieder arbeitsfähig. Bei einer LASEK oder PRK kann dies unter Umständen ein paar Tage länger dauern. Da es sich bei einer Augenlaser-Behandlung um einen komfortmedizinischen Eingriff handelt, kann Ihnen Ihr Augenarzt leider keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen, bitte berücksichtigen Sie dies bei Ihrer Planung.

3. Steuerliche Absetzbarkeit

Die Behandlung Ihrer Fehlsichtigkeit können Sie steuerlich geltend machen. Die Fehlsichtigkeit wird in den Augen der Finanzverwaltung als Krankheit eingestuft und die Laserverfahren LASIK, Femto-LASIK, LASEK und PRK sind als Heilbehandlungen anerkannt. Somit erkennt das Finanzamt Ihre Aufwendungen für eine Augenlaser-Behandlung ohne Vorlage eines amtsärztlichen Attests als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG an.

4. Die Augenlaser-Behandlung ist wissenschaftlich anerkannt

Die LASIK-Methode wurde 1999 von der Deutschen Opthalmologischen Gesellschaft (DOG) und dem Berufsverband der Augenärzte (BVA) als wissenschaftlich anerkanntes Verfahren zur Korrektur von Sehfehlern eingestuft. Als wissenschaftlich anerkannt wird ein Verfahren dann bezeichnet, wenn Langzeitergebnisse vorliegen, die Spätkomplikationen unwahrscheinlich erscheinen lassen, wenn alle Vor- und Nachteile weitestgehend bekannt sind und der Anwendungsbereich klar umschrieben werden kann.

5. Was hat es mit der Hornhautdicke auf sich?

Die Hornhautdicke ist für eine Augenlaser-Behandlung (unabhängig davon, ob es sich um eine Femto-LASIK, LASIK, PRK oder LASEK handelt) von entscheidender Bedeutung. Denn nur wenn die Hornhaut nach der Augenlaser-Behandlung noch eine ausreichende Dicke aufweist, ist die Stabilität des Auges gesichert. Die Hornhaut wird durch eine Topographie-Untersuchung ermittelt, dabei wird eine "Landkarte" der Hornhaut-Oberfläche farblich und bildlich erstellt.

6. Beide Augen auf ein Mal oder eines nach dem anderen?

Wissenschaftliche Studien belegen, dass es langfristig keinen Vorteil bringt, zuerst das eine Auge und später (z.B. nach einer Woche) das andere Auge zu behandeln. Beide Augen können am selben Tag in einer Sitzung (bilateral) operiert werden.

7. Mögliche Risiken einer Augenlaser-Behandlung

Die Nebenwirkungen lassen sich in drei Kategorien einteilen:

Kategorie 1 – Diese Nebenwirkungen betreffen 15% der Patienten und verschwinden ohne weitere Maßnahme von selbst

  • Fremdkörpergefühl im behandelten Hornhautgebiet. Dies kann durch die Verletzung der nervenführenden Schicht während der Entfernung des Deckhäutchens bzw. durch die Flap-Bildung geschehen.
  • Blendungserscheinungen während des Regenerationsprozesses. Besonders nachts kann es in den ersten Wochen zu Störungen z.B. während des Autofahrens kommen, verursacht durch wundheilungsbedingte Hornhautödeme.
  • Schwankende Sehleistung während der Heilungsphase. Bedingt durch den Heilungsprozess kann dies bis zu 6 Wochen dauern.

Kategorie 2 – Diese Nebenwirkungen betreffen 5% der Patienten und sind durch Medikamente oder durch eine Nachbehandlung therapierbar

  • Verbleibender Restsehfehler durch Unter- oder Überkorrektur. Kann durch eine Nachbehandlung frühestens nach Ablauf von 4 Monaten behoben werden.
  • Blendungserscheinungen durch Gewebsverdichtungen und Ablagerungen im behandelten Bereich (sog. "haze" bei PRK und LASEK-Verfahren). Diese können mit entsprechenden Augentropfen behoben werden, Haze-Bildung ist beim LASIK-Verfahren unbekannt.
  • Schwankende Sehleistung während der Heilungsphase. Bedingt durch den Heilungsprozess kann dies über 6 Wochen dauern.

Kategorie 3 – Diese Nebenwirkungen betreffen 0,5% der Patienten und verursachen bleibende Schäden

  • Trübung der Hornhaut durch therapieresistente Entzündungen oder überstarke Haze-Bildung (PRK und LASEK).
  • Optische Asymmetrien: Geisterbilder hinter Zahlen und Buchstaben, beleuchtungsabhängige Kontrastsehprobleme.
  • Missverhältnis zwischen optischer (gelaserter) Zone und Pupillenweite. Dies führt zu schlechterer Nachtsicht (Nachtfahruntauglichkeit) erhöhter Blendempfindlichkeit und inkompletter Sehkraft.

8. Welche Vorteile bietet die Femto-LASIK?

  • schneller Heilungsverlauf
  • schmerzfreie Heilung
  • gute Nachkorrekturmöglichkeit im ersten Jahr nach der Operation
  • mehr Restgewebe für mögliche Nachkorrekturen
  • hohe Stabilität
  • gute Vorhersagbarkeit
  • geringeres Infektionsrisiko
  • geringere Schnitttiefe, daher weniger Gewebeverbrauch
  • noch genauere Schnittführung
  • Ausschluss von schnittbedingten Komplikationen
  • bessere Wundbettoberfläche

9. Absetzen der Kontaktlinsen

Vor der Voruntersuchung: Bitte fragen Sie bei Ihrem LASIK-Operateur nach, wie lange er eine Tragepause wünscht. In der Regel wird eine Pause von 4-10 Tagen verlangt.

Vor der Augenlaser-Behandlung: Bitte tragen Sie 4 Wochen vor der Behandlung keine harten Kontaktlinsen mehr. Weiche Kontaktlinsen sollten 2 Wochen vor der Behandlung nicht mehr getragen werden.

In Abhängigkeit des Hornhaut-Befundes können unter Umständen längere Tragepausen erforderlich sein.

10. Wie bereite ich mich auf den Behandlungstag vor?

Am Tag der Augenlaser-Behandlung sollten Sie bitte auf das Auftragen von Make-up, Parfüm, After-shave und Haarspray verzichten. Nehmen Sie sich am Behandlungstag Zeit: Dieser Tag ist nur für Sie. Sie sollten keinen weiteren Verpflichtungen nachgehen. Sie werden für ca. 2 Stunden in der Augenklinik sein, der Eingriff ist stets ambulant.

11. Kann ich nach der Augenlaser-Behandlung selbst fahren?

Nein, Sie dürfen nicht selbst Auto fahren. Aber zu zweit ist sowieso vieles leichter: Bringen Sie zur Behandlung eine Begleitperson mit in die Augenklinik, diese kann Sie dann nach der Behandlung und der Nachkontrolle wieder nach Hause fahren.

12. Kann der Sehfehler zu 100% behoben werden?

Die heutigen Lasergeräte arbeitet äußerst präzise (1000stel mm-Bereich). Abhängig von Ihren Ausgangswerten, also Ihrem Grad der Fehlsichtigkeit, ist eine Korrektur der Sehschwäche bis zu 100% möglich. Jedoch ist nicht jeder Brechkraftfehler (Hornhautverkrümmung, Aberrationen höherer Ordnung) optimal behandelbar. Sofern Sie für die Augenlaser-Behandlung geeignet sind, gelingt die Korrektur meist mit dem Ersteingriff (ca. 94%). Restrefraktionen können durch eine Nachbehandlung behoben oder mit schwachen Sehhilfen (z.B. für Autofahrten) ausgeglichen werden.

Durch die individuell unterschiedliche Hornhautbeschaffenheit und Heilungstendenz ist das Ergebnis nicht exakt vorhersehbar. Statistisch gesehen ergeben sich bei der Augenlaser-Behandlung der Kurzsichtigkeit sehr geringe Abweichungen bis 10%, bei der Behandlung der Weitsichtigkeit und des Astigmatismus ergeben sich Abweichungen von bis zu 20%. Eine Abweichung bis zu 0,5 dpt. wird vom Auge ausgeglichen und erscheint subjektiv optimal. Bei größeren Abweichungen (bis zu 1,25 dpt.) würden Sie für bestimmte Tätigkeiten, z.B. Autofahren bei Nacht, eine Zusatzkorrektur benötigen. Bei größeren Abweichungen würde dauerhaft weiterhin eine Sehhilfe benötigt.

13. Bleibt das Ergebnis stabil?

Ja, es liegen Langzeiterfahrungen der LASIK von über 20 Jahren vor. Nur bei ca. 5% der Patienten gibt es Veränderungen in der Größenordnung von 0,5 Dioptrien innerhalb der ersten 6 Monate, sogenannte Regressionen. Bei Bedarf kann hier nachbehandelt werden. Nach 6 Monaten bleiben die Ergebnisse in der Regel stabil.

14. Verschlechtert sich die Sehfähigkeit mit zunehmendem Alter wieder?

In der Regel nicht, allerdings ist eine geringe Verschlechterung durch weiteres Längenwachstum des Augapfels möglich.

Bitte berücksichtigen Sie, dass ca. ab dem 45. Lebensjahr – mit oder ohne vorherige Augenlaser-Behandlung – die sogenannte Alterssichtigkeit beginnt. Diese wird in der Regel mit einer Lesebrille korrigiert, operative Verfahren sind in der Erprobung, haben sich aber noch nicht durchgesetzt.

Ggf. besteht die Möglichkeit, durch eine ungleiche Korrektur der Augen ("Monovision") die Beeinträchtigungen der Alterssichtigkeit deutlich zu mindern, sprechen Sie mit Ihrem Augenarzt darüber.

15. Wie fühle ich mich direkt nach der Augenlaser-Behandlung?

Nach der Behandlung werden Sie mit Augentropfen versorgt. Ihre Augen sind sehr lichtempfindlich und Sie brauchen eine gute Sonnenbrille. Für die erste Kontrolle bleiben Sie noch ca. eine halbe Stunde in der Augenklinik und können dann in Begleitung nach Hause gehen.

Nach der LASIK-Behandlung spüren Sie für den Rest des Tages ein leichtes Reiben und Tränen – halten Sie am besten die Augen geschlossen. Am Abend sollten Sie bereits beschwerdefrei sein.

Nach PRK und LASEK haben Sie ein wundes Gefühl und – in den meisten Fällen – Schmerzen am operierten Auge. Sie werden deshalb prophylaktisch mit Schmerz- und Schlafmitteln versorgt, die Sie bei Bedarf einnehmen können ("Heilschlaf"). In der Zeit bis zum völligen Epithelschluss (in der Regel drei Tage nach der Augenlaser-Behandlung) bleibt die Verbandlinse permanent im Auge. Am vierten Tag wird die Linse entfernt, danach nimmt die Sehkraft kontinuierlich zu. 
Bei allen drei Methoden tritt die endgültige Stabilisierung nach zwei bis vier Wochen ein.

16. Verhaltensregeln nach der Augenlaser-Behandlung

Reiben Sie in den nächsten Wochen nicht exzessiv an den Augen. Vermeiden Sie erhöhte UV-Strahlung und Sportarten, die zu einem Augenkontakt führen könnten (Tennis, Karate, Squash usw.), ohne Schutzbrille.

Bitte warten Sie mit dem Haare waschen, Schminken und Duschen sowie dem Auto fahren ein bis zwei Tage. Nach ein bis zwei Wochen, nach der vollständigen Regeneration des Epithels , dürfen Sie schwimmen, saunieren und leichter sportlicher Betätigung nachgehen. Nach 6 Wochen besteht keine Einschränkung mehr.

17. Wo erhalte ich weitere seriöse und unabhängige Informationen?

Bei der Kommision Refraktive Chirurgie unter: www.augeninfo.de/krc. Die Kommission Refraktive Chirurgie (KRC) ist eine gemeinsame Kommission des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft e.V. (DOG).

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